MBTI . introvertierter Denker

zum MBTI…

Hab ich mittlerweile viel aufgesogen und durchdrungen, ein sehr, sehr schönes Werkzeug um mich besser einschätzen zu können, vor allem um Stärken, Schwächen und Bedürfnisse meines Charaters zu kennen und daraus sinnvolle, zielgerichtete Handlungsanweisungen zu gewinnen und auf der anderen Seite auch sehr gut geeignet, um die mitmenschliche Umwelt besser einschätzen und ’sortieren‘ ( häßlicher Begriff in dem Kontext, dient nur der Verständlichung ) zu können.

Eine schöne, kurz gehaltene, dafür übersichtliche Darstellung vor allem was die Zusammensetzung der einzelnen Gruppen in der Gesellschaft angeht und auch zum Andere analysieren gibt hier: https://keirsey.com/

Also als Denker ist man da schon unterrepräsentiert.

Bei den Guardians (das sind übrigens 45% der Bevölkerung, Menschen, die die Bevölkerung stabilisieren) und Idealists hab ich sehr wenig wo ich mich wiederfind, also alles was auf n Großteil Fühlen und Sinne hinausläuft, was halt bedeutet, daß die rationale und intuitive Seite wegfallen – bin ich überhaupt nicht, hab ich auf zwar in mir, manchmal auch nicht zu knapp, aber es dominiert nicht. Bei den Craftern find ich mich teilweise wieder.

Was mir die Beschäftigung aber auch gezeigt hat ist, daß ein Charakter nie was unveränderliches ist, er ist wie Knetmasse, an bestimmten Ecken kann man da ohne Schaden Änderungen vornehmen wenn man das will, seine introvertierte oder extrovertierte Seite mal rauskehren, den Bauchentscheidungen oder dem Kopf mal Raum geben, spontaner oder geordneter zu leben.

Und, es gibt zwei Faktoren, die für Selbstbewertung extrem wichtig sind, die im MBTI nicht vorkommen: Energieverwaltung und die Einstellung zum Leben. Vieles hängt davon ab mit welcher Energieeinteilung und mit welcher Grundstimmung wir die Welt angehen. Aber dafür gibts vermutlich andere Tests, der MBTI kommt da von ner anderen Perspektive.



Meine mehr oder weniger finalen Erkenntnisse zu meiner Person…

n introvertierter Denker bin ich auf alle Fälle, I und T sind gesetzt.

Gefühle als Entscheidungsgrundlage sind zu unbestimmt um als Entscheidungsgrundlage zu dienen, die Welt funktioniert größteils nach festgelegten Regeln, die nur durch Denken zu durchdringen sind und es ist gut diese Regeln zu kennen wenn man „effizient“ im Leben sein will, Bauchentscheidungen sind fein für kleine, alltägliche Abenteuer aber ich würd auf alle Fälle für einen Großteil meiner Entscheidungen immer meinem Verstand vertrauen und eher entscheiden was ich über eine Sache denke als was ich darüber fühle. Und ich kann auch gar nicht anders, das Wissen und die Gedanken sind halt immer da und an, es würde sich für mich auch falsch anfühlen nicht auf meinen Verstand zu vertrauen. Und wenn ich ehrlich bin, hat er mich auch ganz selten im Stich gelassen, bzw sind emotional getriebene Entscheidungen immer von meiner Stimmung abhängig und die kann so oder so sein, die Wahrscheinlichkeit ist höher daß dabei Mist rauskommt, als wenn ich da n rationalen Blick drauf hab.

Die Introvertiertheit ist ebenso völlig klar, mit anderen Menschen komm ich mindestens klar, ich hab ne nette Art, aber Interesse hab ich und meine Zeit verbringen tu ich nur mit Wenigen. Parties sind nicht meins, viel lieber 1:1-Situationen oder in kleinen Runden. Ich komm mit vielen Menschen gut aus, kann mich mit einigen vernünftig unterhalten, mit wenigen action herbeiführen, bei Freundschaften bin ich sehr selektiv und für Tieferes, das was mir halt richtig Spaß macht, benötigt es spezielle, seltene Menschen.

Meine Aufmerksamkeit richtet sich größtenteils nach innen, auch weil mein Kopf oder besser mein Unterbewusstsein mich mehr oder weniger ständig und unaufhaltsam mit teilweise emotional aufgeladenen Gedanken beschallt. Das ist mir an der Ostsee mal so richtig bewusst geworden, und diese Informationen wollen irgendwie bearbeitet, befriedigt werden. Dieses Klarkommen mit dem permanenten Gedankenstrom, der meistens ok, manchmal negativ, ganz selten aber auch richtig hässlich sein kann, das ist wahrscheinlich generell eine der größten und auch schwersten Aufgaben für jeden Introvertierten, das hat auf alle Fälle Potential zur Überforderung. Wenn man aus diesem Gedankenstrom die Emotionen rausbekommt und ihn kanalisieren, konzentrieren kann sind wir die perfekten Schachspieler, analytisch unfehlbar, fähig dazu großartige Dinge in die Welt zu setzen; wenn man das aber nicht schafft bleibt nur die Verarbeitung, die aber manchmal wegen der teilweise heftigen Emotionalität und Kontinuität schlicht und einfach unmöglich ist, und daraus folgend dann Ablenkung und, da wirs nicht so mit Menschen haben, bedeutet das schnell Kompensationshandlungen, Sucht oder emotionale Abhängigkeit von Bezugspersonen, Hilfeschreie nach Außen. Meine Erkenntnisse dazu in den letzten Wochen sind, daß man zum einen den Stil des Gedankenfluß beeinflussen kann, also ob die die Gedanken pessimistisch oder optimistisch sind. Da die Gedanken immer von einem selbst ausgehen benötigt es hierzu eines ordentlichen Selbstwertgefühls und schon wird das positiver. Andererseits hab ich auch gelernt, die Gedanken des Stroms viel besser bewerten zu können, also was davon Müll ist, was einfach nur schöne Träumereien sind und wo die Perlen zu finden sind und vor allem die emotionale Seite der Gedanken losgelöst zu betrachten. Und zusätzlich kommt bei mir grade ein nach außen gerichteter und sehr koordiniert und durchdacht ablaufender Tatendrang dazu, der mir die nötige Ablenkung verschafft. Also ich hab in den letzten Wochen vor allem gelernt mit meiner Introvertiertheit Frieden zu schliessen, mein Bewusstsein damit zu harmonisieren und das beste draus zu machen.

In der J/P-Kategorie bin ich extrem ausgeglichen, mir liegt was an Kontrolle und Ordnung, aber die Spontanität würd ich mir nie nehmen lassen. Bei S/I ist es zwar größtenteils die Intuition aber Sensing ist da auch gut dabei, ich mach schon gern sinnliche Erfahrungen. Also den INTJ würd ich komplett unterschreiben, aber ich hab auch den ISTP, den aktiven Handwerker in mir, diese go-with-the-flow-Attitüde, die Neugierde auf Erfahrung in der realen Welt, das praktische und kreative Denken was in Handlungen umgesetzt werden will, und als Schattenseiten eine manchmal übertriebene Risikofreude, die Ungeduld, der schnelle Interessenverlust wenn mir etwas zu langweilig oder nicht würdig erscheint verfolgt zu werden und auch der unbekümmerte, teilweise naive Blick in die Zukunft. Beiden gemeinsam ist eine gewisse Insensitivität was Zwischenmenschliches angeht.

Also als Fazit: ich schätz mich mal zu 60, 70% als INTJ und der Rest ist ISTP. Das verträgt sich auch recht gut, der intuitive Beurteiler in mir bekommt den action seeker ganz gut eingefangen ohne daß der Spaß am Leben auf der Strecke bleibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.