James S.A. Corey – Leviathan Wakes

Good, robust, action-rich SciFi, but a bit over the top in my opinion.

The scenario is set way into the future where the solar system is colonized and three power blocks, Earth, Mars and The Belt, dominate the goings. The story centers on two main characters, Holden, a space-hauler captain and Miller, an aging detective who is more or less a stereotype anti-hero cop-detective like Deckard from Blade Runner or Philip Marlow, Raymond Chandlers main protagonist. These two get pulled into something big and we follow their inner workings and interactions. Sometimes they appear a bit to superhuman but it´s all in agreeable boundaries. The side characters are also developed quite well, you pretty much get a firm grip with whom you´re dealing with. The same can be said about the worldbuilding, the authors make you feel accustomed with the scenario they set their story in focusing more on interactions between the power blocks and the background stories of the protagonists instead of for example technology like in ‚Neuromancer‘.

The story is a mixed bag, starting slow but picking up more and more pace throughout the book, keeps you reading and wanting to know what happens next. But it is way too fantastic, sometimes absurd, piling on even more superlatives the later the book. The book is the first in a series and maybe I will read the second book, but I have other stuff on my bucket list and this one here gripped my attention, thats for sure but not in a breathtaking way. If you´re into fast-paced sci-fi adventure stories with pinches of a detective story and big-time power shenangians – this is solid entertainment.

William Gibson – Neuromancer

Time for an old Sci-Fi classic.

With this book William Gibson defined the subgenre ‚Cyberpunk‘ in the world of Science Fiction. Literature in this genre plays with technological advances in mostly dystopian universes, depicting how societies and their protagonists deal with new technology. In this book Gibson introduces the concept of cyberspace into the world of fiction, quite visonary in the middle of the Eighties.

We follow the story of Case, a hacker, small-time gangster, drug-addict, getting by with criminal activities such as online fraud or stealing data. And one day he gets involved in something bigger and this is what the whole story is about, which I don´t want to spoil, because its a really good one. Actually the story is the main point which makes this an excellent read, it is fast paced, always to the point, contains some turns, without stressing believability and besides the main plot also has a love story woven into. Case meets Molly and they both seem to be made for one another, both develop a crack for each other, but I´m also not gonna tell how it turns out in the end.

Besides his excellent storytelling and character development his world-building is also nothing short of brilliant, the reader at once feels at home, can smell the dirt on the streets, feel the disharmonic society with its technological advancement from which only the few profit.

Neuromancer is the first book in the Sprawl-Trilogy and if I remember correctly the other two stories are also top-notch stuff, I´m thinking about reading them too. But Neuromacer is cleary the most iconic of these. So, if you´re into Science-Fiction, especially into cyberpunk (think of Neal Stephenson, Bruce Sterling, Richard Morgan) the this is an absolute must-read, no discussion. And if you like good storytelling and enjoy reading thrillers then I can also only highly recommend giving this a shot.

Mary Shelley – Frankenstein (Hörbuch)

Vor knapp 3 Monaten wurde ich angesprochen ob ich nicht mal ein Hörbuch machen will. Es hat dann doch etwas gedauert, aber voilá, los gehts.

Teil 1 – Einleitung, Leben von Mary Shelley

Teil 2 – Walton, Erzählstil, Stimmung

Teil 3 – Frankensteins Jugend und wie und warum das Ganze hier 🙂

Teil 4 – Erschaffung der Kreatur, zentrales Motiv wird erklärt

Teil 5 – Nach der Schöpfung, Tod seines Bruders

Teil 6 – Begegnung Frankensteins mit seinem Geschöpf, Geschichte der Kreatur


Teil 7 – Poesie, zweite Begungung

Teil 8 – Abschluß von Frankensteins Erzählung

Teil 9 – Abschluss der Geschichte, Nachbetrachtungen

Teil 10 – Nachbesprechung mit Gästen

Benjamin Maack – Wenn das noch geht kann es so schlimm nicht sein

Harter Stoff, würde ich nicht empfehlen zu lesen. Außer man möchte sich mal ungefähr ein Bild davon machen was es heißt mit einer Depression zu leben. Insofern ist es auch ein wichtiges Buch, bzw. würde ich sogar sagen, daß es für Menschen die diese Krankheit haben sogar ein lebensrettendes Buch sein kann.

Die Krankheit Depression oder ihre Abwandlungen wie bipolare Störung fristen in der Aufmerksamkeit der allgemeinen Bevölkerung ein Nischendasein, da wird dann gern zu Platzhaltern wie „Reiß dich mal zusammen.“ oder „Komm schon, so schlimm ist es nun auch nicht.“ gegriffen. Für mich selbst würde ich zumindest in Anspruch nehmen jahrelang mit einer milden Form dieser Krankheit gelebt zu haben und ich kann nur jedem empfehlen, der so etwas in sich spürt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, es nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, seinen Stolz und die Vorurteile zu überwinden. Psychische Krankheiten sind keine Hirngespinste sondern real, mindern die Lebensfreude (auch die von Angehörigen und Freunden) und sind potentiell lebensgefährlich. Und Durchhalteparolen, schöne-Welt-Lebensratgeber sind nicht die Lösung, sie können höchstens unterstützen.

Benjamin Maack hat das alles durch, das komplette Programm, Suizidgedanken, kein Glücksempfinden, Klinikaufenthalte etc. Und er beschreibt es in diesem Buch schonungslos, tagebuchartig, seine alltäglichen Eindrücke und Gedanken, seinen ständigen Kampf gegen sich selbst, geprägt von kurzen Glücksmomenten und ständigen Rückfällen. Die Lektüre ist schwer zu ertragen, ich habe auch viele Seiten übersprungen. Genauer gesagt habe ich nach 2, 3 Seiten zum Ende vorgeblättert. Denn erst dort beschreibt er, wie er den Kampf gewinnt und ein positives Lebensgefühl entwickelt. Ob das anhält, darüber ist er sich selbst nicht sicher. Er klingt zuversichtlich, ob es alles so seine Richtigkeit hat ist eine Frage mit dem er den Leser zurücklässt.

Cory Doctorow – Radicalized

Got this one as a Christmas gift from a good friend of mine and its a very good read.

In 4 short stories Cory shows brief glimpses into small aspects of a possible future. The first story deals with internet-of-things, humans dependency on machines and ways to individually solve problems with such machines and the (corporate) mechanisms behind it. The third story deals with radicalization in internet filter bubbles. And the second one is a completely hilarious thing: The world from behind the eyes of Superman, dealing with racism, police violence and control of the mass by elites. I only started the fourth one before something else took my mind, so I can´t say what this one is about.

His writing style is simple, fluent, unnerving. Storytelling is done with some urgency, there´s always something happening, that leaves sidestories and character depth a bit on the shallow side, but thats fine by me.

This is an unspectatcular but very well written mix of novela and sci-fi with interesting ideas. No wrongs in reading these very good stories.

Hendrik Otremba – Kachelbads Erbe

Nach seinem Erstling „Über uns der Schaum“ das zweite Werk vom jungen Künstler Hendrik Otremba und ich bin etwas enttäuscht, aber das liegt hauptsächlich an meiner Erwartungshaltung aus dem Vorgänger. Im Gegensatz zu seiner poetischen, melancholischen Neo-Noir-Detektivgeschichte ist das hier ein ausgewachsener Roman, dem leider die künstlerische Leichtigkeit und etwas der Tiefgang fehlt. Trotzdem ist es ein gut geschriebener, lesenswerter Roman.

Die Geschichte ist dabei interessant und jederzeit spannend erzählt, Thematik ist des Einfrieren von Menschen in der Hoffnung, daß irgendwann der wissenschaftliche Fortschritt ein Wiederbeleben ermöglicht und die Person später weiterleben kann und als letzter Schritt eventuell sogar Unsterblichkeit stehen kann. Die Motive der Protagonisten im Buch sind unterschiedlich, schwere Krankheit, nicht mehr im Hier leben wollen, Neugierde.

Hauptprotagonist und zentraler Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist Kachelbad, ein Wissenschaftler der solche Einfrierungen durchführt. Wir begleiten ihn bei Begegnungen mit anderen Charakteren, hauptsächlich mit seinen „Kunden“, deren Geschichten in Seitensträngen erzählt werden, es gibt also häufige Perspektivwechsel und das hält die Story stets spannend. Allerdings fühlen sich die letzten 50 Seiten vollkommen deplaziert im Bezug zur Hauptstory an, mir ist das ein zu großer Sprung und der trägt zu meiner Enttäuschung bei.

Sprachlich ist der Roman wesentlich mehr straight forward als „Über uns der Schaum“, es gibt Poesie aber hauptsächlich wird eine Geschichte erzählt. Die Stimmung die sich beim Lesen einstellt ist ebenso geglätter, das düster melancholische weicht einer emotional ausgeglicheneren Resonanz. Durch diese beiden Faktoren verliert der Roman allerdings Tiefe und emotionale Bindung, driftet Richtung Beliebigkeit und zielt auf Lesbarkeit für eine größeres Publikum. Das finde ich auch nicht schlecht und vollkommen elgitim, schliesslich ist es trotzdem ein gutes Buch, aber richtig gefangen genommen hat es mich nicht.

Alles in allem, wenn man einen sauber geschriebenen Roman der sich bisschen Abseits der Norm bewegt, von einem zeitgenössischen jungen Schriftsteller, lesen will kann man hier bedenkenlos zugreifen. Gutes Buch.